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01.02.2003 barejko-knops@t-online.de
VEREIN DER POLNISCHLEHRER UND PÄDAGOGEN e.V.

 

Unterschriftenaktion Oktober 2002 zum MSU Polnisch

Die Landesregierung NRW beabsichtigt, im neuen Landeshaushalt 450 Stellen für Muttersprachlichen Unterricht (MSU)zu streichen.

Auch Polnischunterricht ist trotz der deutsch-polnischen Verträge und trotz der wachsenden Schülerzahl mit der Kürzung betroffen.

Die bilateralen Verträge aus den Jahren 1990 und 1991,in den Paragraphen 20 und 21 Absatz 2 besagen, daß die Personen deutscher Staatsangehörigkeit und polnischer Abstammung, die sich zur polnischen Sprache, Kultur und Tradition bekennen, ein Recht darauf haben, ihre ethnische, kulturelle und sprachliche Identität zum Ausdruck zu bringen und somit die Möglichkeit für den Unterricht ihrer Muttersprache garantiert bekommen.

Diese bilateralen Verträge haben auch besondere Bedeutung für den MSU Deutsch in Polen. Zur Zeit nehmen 36. 919 Schüler am Deutschunterricht als Muttersprache an 335 deutschen Schulen in Polen teil , der von 346 deutschen Lehrern geführt wird.

In NRW nehmen lediglich rund 2000 Schüler in 22 Städten am Polnischunterricht teil, den man jetzt noch kürzen will.

In den zurückliegenden fünf Jahren ist die Zahl der Polnisch-Schüler beachtlich angewachsen und wächst weiter. Hier ist offensichtlich ein aktives Interesse vorhanden, die polnische Sprache zu lernen und zu pflegen. Welch bessere Voraussetzung für den Lehrerfolg kann es geben ?

In einigen Kreisen und Städten z.B. Kreis Siegburg , Kreis Cosfeld, Kleve und in Hamm haben sich über 300 Schüler wahrscheinlich vergeblich auf Polnischunterricht zu Beginn dieses Schuljahres gefreut. Sie haben auf Chancengleichheit im zusammenwachsenden Europa gehofft.

 

Die Fähigkeit der heute jungen Menschen, polnisch sprechen zu können, wird uns schon bald von großem Nutzen sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt, bringt das Erlernen der polnischen Sprache für manche eine neue Chance, von der die Schüler in ihrem zukünftigen Berufsleben profitieren können.

Wenn in naher Zukunft Polen Mitglied der Europäischen Union wird, werden der kulturelle und vor allem der wirtschaftliche Austausch zwischen Deutschland und Polen als direkte Nachbarn sehr stark zunehmen. Diese Kommunikation findet in erster Linie auf sprachlicher Ebene statt. Gute Verständigungsmöglichkeiten werden dann begehrt sein, denn sie sind die Voraussetzung für produktive Kontakte.

Die bei den jungen Leuten schon vorhandene deutsch-polnische Zweisprachigkeit ist das beste Startkapital für unsere länderübergreifende deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Zukunft.

Wenn wir jetzt auf halbem Wege umkehren, werden wir dieses Kapital wieder verlieren.

Daher fordern wir
- Keine Kürzung der Stellen für den Muttersprachlichen Unterricht Polnisch, sondern
- MSU Polnisch für alle Schüler, die ihre Bereitschaft zum MSU Polnisch erklärt haben
und bisher noch keine Unterrichtsmöglichkeit haben !

VEREIN DER POLNISCHLEHRER UND PÄDAGOGEN e.V.

 

Unterschriftenaktion Oktober 2002 zum MSU Polnisch

Ich unterstütze die Forderungen dieses Aufrufes des Vereines 
der Polnischlehrer und Pädagogen e.V.

Name Vorname Strasse PLZ Wohnort Unterschrift

Bitte diese Liste bis 30.11.02 senden an:

Verein der Polnischlehrer und Pädagogen e.V., Scharrenbroicher Str. 69a, 51503Rösrath
Kontakt : barejko-knops@t-online.de